Damen: Stehend k.o. zu einem Punkt nach Penaltyschiessen

So, 19. Jan 2020

 

UHG vs. Wizards Bern Burgdorf II 3:4 n.P.

Am gestrigen Sonntagmittag spielten die U21-Frauen des UH Gurmels gegen die U21 der Wizards Bern Burgdorf, meinte man auf der Tribüne richtig erkannt zu haben. Na ja fast. Der Altersdurchschnitt ist nur ca. 10 Jahre älter (jedenfalls bei uns, doch auch der Gegner war keine 21 mehr), aber das interessiert doch eh keinen. :-) 

 

Das eigentlich Interessante ist ja, wie der Match nun ausgegangen ist.

Angefangen hat alles ganz passabel, trotz arg dezimiertem und teils halb angeschlagenem Kader. Gebrochene Rippen, ein beschädigter Meniskus, Zerrungen, Erkältungen und sonstige Prüfungen führten dazu, dass wir diesmal sogar nur zu elft plus Torhüterin auf dem Matchblatt figurierten. Wir machten uns zwar selber das Leben ein bisschen schwer, indem unsere Pässe mal mehr und mal weniger flach und genau kamen, aber insgesamt spielten wir kein schlechtes erstes Drittel. Tore gab’s trotz Powerplay keine (langsam müssen wir eventuell mal darüber reden, die Effizienz im Überzahlspiel zu steigern?!) aber noch war ja noch lang nicht Schluss.

 

Das zweite Drittel eröffneten wir mit den effizientesten zwei Minuten des Spiels: zuerst Jäqi auf Jasmin, Tor für uns, 1:0. Eine Minute später Milena irgendwie am Ball, dann ein Gestocher vor dem gegnerischen Tor, huch, Ball im Tor, 2:0 für uns nach diesem Eigentor. Das war doch mal ein vielversprechender Start. Danach ging’s leider eher bergab als bergauf. Nacheinander fielen wir wie Domino-Steine, die eine erwischte einen Stock in die Seite, eine andere ans Knie, dann noch ein Misstritt und ein schmerzender Knöchel. In der Verteidigung heute ohnehin nicht überbesetzt (eigentlich ja nirgendwo…), wirkten sich bei der Hälfte der Verteidigerinnen mit zunehmender Spieldauer ausserdem noch ältere Verletzungen auf ihr Spiel aus. Je langsamer und gezwungenermassen passiver sie wurden, desto mehr mussten unsere Flügel und Center arbeiten. So fiel unser Spiel nach und nach auseinander. 

 

Wir retteten die Führung zwar in die zweite Pause, danach ging aber nicht mehr viel. Einzig Bettina war auf der Höhe ihrer Fähigkeiten, parierte souverän einen Penalty aus dem Spiel heraus und auch sonst hätte das Skore wohl schon früh anders ausgesehen, hätte sie nicht einen Top-Tag erwischt. Zur Hälfte des dritten Drittels bereits stehend k.o., mussten wir den Ausgleich zum 2:2 hinnehmen. Milena hatte darauf zwar die beste Antwort parat, nämlich die postwendende erneute Führung für uns. Die Minuten wollten und wollten danach aber nicht verstreichen. Der Ausgleich für die Wizards fiel verdientermassen vier Minuten vor Schluss. Das bedeutete: Verlängerung…. 

 

Ohne wirklichen Masterplan, wie wir diese noch überleben sollten (so fühlte es sich jedenfalls an), stiegen wir in die letzte Schlacht an diesem Sonntag. Dachten wir. Wir hatten mindestens zwei höchstkarätige Chancen, jede Spielerin lief nochmal für jede, alle ziemlich am Ende…zur Führung reichte es aber nicht, die Verlängerung verstrich torlos und so kam es ausgerechnet heute auch noch zum Penaltyschiessen. Dessen Geschichte ist schnell erzählt: von uns traf keine einzige, von den Bernerinnen deren zwei. Matchtag zu Ende, ein teuer erspielter Punkt für uns. Danach schleppten wir uns noch ins Schützenhaus gegenüber, wo wir bei einem hervorragend zubereiteten frühen Znacht unser Weihnachtsessen inkl. traditionellem 5-liber-Geschenk nachholten und wieder Kräfte sammeln konnten. Ein versöhnlicher Abschluss – heute war wohl einfach nicht mehr drin gelegen.

 

UHG: Bettina, Tat, Glen, Fabienne, Milena (1T), Isa, Aline, Doris, Pämpi, Emilie, Jäqi (1A), Jasmin (1T)